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Barbara Hock – Heilpraktikerin

Sie schlafen ausreichend und fühlen sich morgens trotzdem nicht richtig erholt. Der Kaffee hilft nur noch kurz. Am Nachmittag sinkt die Energie, und abends fehlt oft die Kraft für Dinge, die früher selbstverständlich waren.

Viele Frauen erleben genau das ab Mitte 40.

Schnell heißt es dann: Das ist eben das Alter. Doch Müdigkeit ist zunächst einmal kein Alterungsprogramm. Sie ist ein Signal des Körpers – und dieses Signal kann ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Gerade wenn die Erschöpfung über Wochen anhält oder sich zunehmend auf Alltag, Konzentration und Lebensqualität auswirkt, lohnt es sich genauer hinzusehen.

Müdigkeit ist nicht gleich Müdigkeit

Nach einer kurzen Nacht müde zu sein, ist normal. Auch intensive berufliche oder private Phasen können vorübergehend Kraft kosten.

Anders sieht es aus, wenn Sie regelmäßig denken:

  • „Ich könnte ständig schlafen.“
  • „Ich komme morgens kaum in Gang.“
  • „Nachmittags bin ich wie ausgeschaltet.“
  • „Ich bin müde, aber abends trotzdem unruhig.“
  • „Eigentlich schlafe ich genug – trotzdem fühle ich mich nicht erholt.“

Dann kann mehr dahinterstecken als ein einfacher Schlafmangel.

Ab 45 verändert sich im Körper einiges gleichzeitig

Bei vielen Frauen beginnen bereits Jahre vor der letzten Monatsblutung hormonelle Veränderungen. Östrogen und Progesteron verlaufen nicht mehr so gleichmäßig wie früher.

Das kann unter anderem Schlaf, Stimmung, Temperaturregulation und das allgemeine Energiegefühl beeinflussen.

Gleichzeitig verändern sich häufig weitere Faktoren: Muskelmasse, Stoffwechsel, Belastbarkeit, Stressverarbeitung und manchmal auch das Gewicht.

Das Schwierige daran: Meist gibt es nicht die eine Ursache.

Mehrere kleine Veränderungen können sich gegenseitig verstärken.

1. Schlafdauer und Schlafqualität sind zwei verschiedene Dinge

Acht Stunden im Bett bedeuten nicht automatisch acht Stunden erholsamen Schlaf.

Nächtliches Aufwachen, Hitzewallungen, innere Unruhe, Grübeln oder häufige Toilettengänge können die Schlafarchitektur immer wieder unterbrechen.

Manchmal erinnert man sich am nächsten Morgen kaum daran – fühlt sich aber trotzdem wie gerädert.

Deshalb ist bei anhaltender Müdigkeit nicht nur die Frage wichtig:

„Wie lange schlafen Sie?“

Sondern auch:

„Wie erholt fühlen Sie sich danach?“

2. Eisen, Vitamin B12 & Co. können eine Rolle spielen

Für die Energiegewinnung benötigt der Körper verschiedene Mikronährstoffe. Dazu gehören beispielsweise Eisen, Vitamin B12 und Folat.

Gerade Frauen mit stärkeren oder unregelmäßigen Blutungen können einen Eisenmangel entwickeln. Auch Ernährung, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen können die Versorgung beeinflussen.

Hier bringt es wenig, wahllos Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

Sinnvoller ist es, bei entsprechendem Verdacht gezielt zu untersuchen, ob tatsächlich ein Mangel besteht.

3. Die Schilddrüse sollte nicht vergessen werden

Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme, Gewichtszunahme oder Frieren können unter anderem bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten.

Allerdings sind diese Beschwerden nicht spezifisch für die Schilddrüse.

Gerade deshalb ist eine vernünftige Abklärung wichtiger als die Vermutung: „Das muss die Schilddrüse sein.“

4. Blutzuckerschwankungen können Energie kosten

Vielleicht kennen Sie dieses Muster:

Morgens geht es noch ganz gut. Nach dem Mittagessen werden Sie müde. Gegen Nachmittag hilft etwas Süßes oder Kaffee – zumindest kurz. Später kommt der nächste Einbruch.

Auch unregelmäßige Mahlzeiten, sehr zuckerreiche Lebensmittel oder eine insgesamt ungünstige Mahlzeitenzusammensetzung können dazu beitragen, dass die Energie über den Tag stark schwankt.

Das bedeutet nicht, dass Kohlenhydrate grundsätzlich problematisch sind.

Viel entscheidender ist, wie regelmäßig und ausgewogen gegessen wird und wie der individuelle Stoffwechsel reagiert.

5. Dauerstress kann gleichzeitig müde und unruhig machen

Stress bedeutet nicht nur einen vollen Terminkalender.

Auch Sorgen, permanente Erreichbarkeit, Schlafmangel, familiäre Belastungen oder der ständige Anspruch, funktionieren zu müssen, können das Stresssystem beschäftigen.

Typisch ist dann manchmal eine scheinbar widersprüchliche Kombination:

tagsüber erschöpft – abends innerlich aufgedreht.

Der Körper ist müde, findet aber nicht richtig in die Erholung.

Genau deshalb lässt sich anhaltende Erschöpfung selten allein mit „mehr schlafen“ lösen.

6. Auch der Darm kann indirekt beteiligt sein

Der Darm ist nicht einfach nur für die Verdauung zuständig.

Wenn zusätzlich zur Müdigkeit Beschwerden wie Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen oder auffällige Unverträglichkeiten bestehen, lohnt es sich, diese Zusammenhänge mitzudenken.

Dabei geht es nicht darum, jede Erschöpfung zum „Darmproblem“ zu erklären.

Aber Beschwerden sollten auch nicht isoliert voneinander betrachtet werden.

Mehr über mögliche Zusammenhänge bei Darmbeschwerden erfahren Sie hier

Wann sollte Müdigkeit ärztlich abgeklärt werden?

Neu auftretende, starke oder länger anhaltende Erschöpfung sollte medizinisch abgeklärt werden. Das gilt insbesondere, wenn weitere Symptome hinzukommen – beispielsweise ungeklärter Gewichtsverlust, Atemnot, Brustschmerzen, ausgeprägte Leistungsminderung, Fieber oder andere neu aufgetretene Beschwerden.

Auch Schlafapnoe, Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, psychische Belastungen oder Medikamente können Müdigkeit verursachen.

Deshalb ist eine sorgfältige Betrachtung wichtiger als eine schnelle Erklärung.

Entscheidend ist nicht nur ein einzelner Wert

In meiner Praxis begegnet mir häufig die Erwartung:

„Welcher Wert ist für meine Müdigkeit verantwortlich?“

So einfach ist es oftmals nicht.

Sinnvoller ist es, verschiedene Bereiche zusammenzubringen:

Wie schlafen Sie? Wie essen Sie? Wie hat sich Ihr Gewicht verändert? Wie hoch ist Ihre Belastung? Gibt es hormonelle Veränderungen? Welche weiteren Beschwerden bestehen? Und welche Laborwerte sind in Ihrer Situation tatsächlich sinnvoll?

Erst aus diesem Gesamtbild lässt sich besser erkennen, wo genauer hingeschaut werden sollte.

Müdigkeit muss nicht einfach hingenommen werden

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass dauerhafte Erschöpfung normal ist.

Manchmal braucht es keine komplizierte Lösung – sondern zunächst Klarheit darüber, welche Faktoren tatsächlich eine Rolle spielen.

Genau dort beginnt für mich eine sinnvolle Begleitung.

Sie sind ständig müde und möchten wissen, wo Sie sinnvoll ansetzen können?

In meiner Praxis in Gerolzhofen betrachten wir Ihre Beschwerden nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Schlaf, Stoffwechsel, Hormonen, Ernährung und Ihrer aktuellen Lebenssituation.

→ Mehr über Müdigkeit & Erschöpfung erfahren
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